15.03.11

Geld verdienen im Internet? Erfahrungen mit textbroker.de

Unter www.textbroker.de/ findet man im Internet eine Seite, die es einem ermöglicht, durch schreiben von Textartikeln Geld zu verdienen. Vor- und Nachteile aus Autorensicht.


Auftraggeber sind häufig Blogbetreiber, Webseitenbesitzer oder Firmen; ob Produkttests, eigene Meinungen oder ein beliebiger neutraler Text zu einem bestimmten Thema: das Aufgabengebiet ist vielseitig, und man kann sich den Auftrag aussuchen, der einem gerade gefällt.

Aber sprechen wir erst mal über die Entlohnung: Angenommen ein Blogbesitzer möchte gerne einen Text über 500 Wörter. Er sucht sich Textqualitätsstufe 3 aus, für welche er 1,5 Cent pro Wort + 30 Cent "Bearbeitungsgebühr" bezahlen muss. Macht 7,80€.
Auf der anderen Seite ist der freie Autor, dem genau dieser Auftrag gerade zusagt (Ein Auftrag könnte zum Beispiel so lauten: "Schreiben Sie einen neutralen Text über das Thema Suchmaschinen. Genau 500 Wörter bitte. Das Keywort 'Suchmaschine' muss mindestens 10 mal im Text vorkommen, das Keywort 'Google' mindestens 3 mal."). Er bekommt für einen Text der Qualitätsstufe 3 genau 0,9 Cent pro Wort, also nur 4,50€.
Das macht somit nur etwa 58% des vom Auftraggeber bezahlten Betrages aus; der Rest geht an Textbroker. Von der Seite betrachtet nicht gerade viel Geld, da man ja schließlich die ganze Arbeit macht und da man eventuell noch nachbessern muss auf Wunsch des Auftraggebers, da man häufig schwer damit zurecht kommt, die vielen Keywörter einzubauen, und da der Beispiel-Auftrag von vorhin noch eher sehr leicht ist im Gegensatz zu anderen Aufträgen auf textbroker.de.
Zitat:

Über 19.000 Autoren schreiben Ihre Fachartikel, Rezensionen, Reiseberichte,Übersetzungen u.v.m. in beeindruckendem Umfang und zu günstigen Tarifen. [1]
Als Hauptverdienst für mich niemals vorstellbar!
Nichtsdestotrotz habe ich mir damals als Schüler ein bisschen was verdient damit, und wenn man sich einigermaßen gewählt ausdrücken kann dann ist wohl ein Stundenlohn von ca. 3 Euro am Anfang realistisch (es ist wirklich schwer abzuschätzen).
Wenn man ein bisschen länger dabei ist und sehr gute Texte abliefert kann man auch schwierigere Texte schreiben, mit mehr Verdienst. Doch nach eigener Erfahrung muss man dafür schon ein sehr guter Schreiber sein.
Auch ist es möglich, die Preise mit den Auftraggebern direkt zu verhandelt (sog. 'Direct Orders'), sollten einem solchen die eigenen Texte sehr gut gefallen. Doch soweit kam's bei mir nie, in den zwei aktiven Jahren die ich geschrieben habe hab ich etwa 40€ verdient, aber ich habe wirklich sehr, sehr selten geschrieben. Mir vergeht nach 2 h Schreiben auch ehrlich gesagt für einige Zeit die Lust :) ich bin eben kein Schriftsteller ....

Reich wird man anders ;)
Um nochmal besser darzustellen, wie so ein Auftrag aussehen kann, hier einer der gerde 'echt' online ist (leicht verändert):
Ein Internet-Informationsportal benötigt von Ihnen einen rein informativen und interessanten Text zum Thema "Ostern für Weihnachten einkaufen". Verwenden Sie einen gehobenen Sprachstil und sprechen die Leser mit Sie an. Der Text oder Teile des Textes dürfen nicht kopiert oder abgeschrieben sein. [2]
Das ist oft die Standardformulierung der Aufträge. Es sind zwei Tage Zeit zum Verfassen des Textes, 300 - 305 Wörter sind verlagt (??!!) und man kann somit etwa 2,70€ verdienen als Autor. Es sind keine Keywörter festgelegt, die unbedingt in den Text müssen, das ist schon mal positiv. Aber ganz ehrlich, ICH möchte diesen Text nicht schreiben. 5 Wörter Spielraum, die schwammige Formulierung, das ein wenig unsinnige Thema .. naja. Muss jeder selbst entscheiden.

Ich hoffe ich konnte euch für den Nebenverdienst begeistern bzw. Vor- und Nachteile verständlich herausarbeiten.

Wenn es euch interessiert, wie Auftraggeber über das Ganze denken bzw. wie es aus deren Sicht aussieht, dann rate ich zu folgendem Link:
http://www.blogprofis.de/outsourcing-fuer-blogger-texte-und-corporate-blogs-erfahrungen-mit-content-de/937/

Kommentare sind wie immer erwünscht,

Gruß .. Patrick.

Zitate:

8 Kommentare:

  1. Hi Patrick,

    ich teile Deine Meinung voll und ganz und bin auch ehrlich gesagt, als Texterin, die das hauptberuflich macht, eher nicht von solchen "Contentmaschinen" angetan. Denn sie machen die Preise kaputt, für die wirklich guten Texter. Auf diesen Portalen kann sich jeder anmelden. Mal ganz bös gesagt, wenn der Automechaniker dann über das professionelle Naildesign schreibt, dann hat er vielleicht die Tipps von seiner Freundin in Worte gefasst und erreicht damit zufällig und ausnahmsweise Qualitätsstufe 3. Aber "richtige" Texter können so nicht überleben. Da betreibe ich lieber selbst Aquise mit Angeboten und meiner individuellen Arbeit. Denn die vielen "Nebenjobber" in Sachen Texten, sind mir ehrlich gesagt ein Dorn im Auge. Ich jobbe ja auch nicht nebenbei als Krankenschwester, weil ich das auch gar nicht könnte, denn davon verstehe ich nichts. Aber im Internet kann Hinz und Kunz "professionelle Texte" anbieten. Aber hinter den Kulissen möchte ich nicht wissen, wieviele dieser Auftragsarbeiten zurückgehen, bezüglich Korrektur. Ich wurde schon das ein oder andere Mal von Content.de angeschrieben, ob ich mich nich als Autor anmelden möchte. Ich möchte nicht. Denn für einen Hungerlohn qualitativen Text erstellen dafür ist mir meine Zeit zu schade. Richtige Textarbeit kostet Zeit und erfordert neben Recherche auch ungeheuer viel Konzentration. Und die Kontrolle beträgt bei großen Textmengen und aufwendigen Manuskripten auch Stunden oder sogar Tage.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass sich mal viele Texter zusammentun und auf die Barrikaden gehen, damit auch im Internet endlich die "Schwarzarbeit" in Sachen Texten aufhört, denn viele machen das ohne Gewerbe oder Steuernr., einfach so. Im richtigen Leben gibt es das nicht. Auf dem Bau und im Gaststättengewerbe und in vielen anderen Zweigen stehen Unsummen von Strafgeld für Schwarzarbeit auf der Liste und im Internet regelt das keiner.

    AntwortenLöschen
  2. Danke für Ihren Beitrag.
    Der Grund dafür, dass so viele Anfänger dort schreiben können (über Kategorie 2 oder 3 kommen diese sowieso nicht heraus) ist wohl die oftmals reine Suchmaschinenformulierung, bei der es nicht auf sinnigen Textfluss und schönen, lesbaren, guten Text ankommt, sondern oftmals nur auf die Anzahl Schlüsselwörter, die Kombination dieser und Buchstabenanzahl. Ein guter Text wird nicht nach diesen Kriterien begutachtet, aber SEO steht einfach leider zu oft im Vordergrund.

    AntwortenLöschen
  3. Anonym1.11.11

    Naja, nur weil Texte suchmaschinenoptimiert sind, müssen Sie ja nicht gleich unlesbar sein. Und man sollte die textbörsen auch nicht alle verteufeln. Ich bin zum Beispiel Student und nutze Textbörsen wie Independent Publishing. Ich kann mich jedenfalls nicht beklagen, ich suche mir die Themen meiner Wahl und meiner fachlichen Interessen und kann so nebenbei etwas dazuverdienen. Das finde ich gar nicht schlecht.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Patrick, ich finde es gut das du deine Meinung aus Texter Sicht so offen geäußert hast. Aus Sicht des Auftraggebers, wie ich es einer bin, ist auch nicht alles Gold was glänzt bei Textbroker. Die Preise sind dort tatsächlich für Auftraggeber sehr günstig, die meisten Artikel die ich bisher erhalten habe, aber auch nicht mehr wert. Bevor ich dort Texte eingekauft habe, habe ich meine Stammblogger, welche schon mehrere tausende Artikel verfasst haben, sich bewerben lassen um die Qualität der Stufen zu erkennen. Beide wurden auf 3 eingestuft. Ich schätze es steckt schon ein gewisses System dahinter so viel wie möglich Leute auf Stufe 3 zu halten, weil aus dieser Kategorie die meisten Artikel eingekauft werden. Man darf aber auch nicht vergessen, dass keiner dazu gezwungen wird bei Textbroker einzukaufen oder dafür zu schreiben und wie du schon geschrieben hast, tun das sehr viele. LG Vroni.

    AntwortenLöschen
  5. Naja das SEO Texten wie man sieht bringt einem ein Taschengeld eines 6 jährigen Kindes ein (Bitte nicht falsch verstehen). Welche Anzahl an Wörter sollte man schreiben um 3,15 € zu erhalten? Ist es nicht besser einen Verkaufststarken Text zu schreiben mit dem man pro Verkauf min. 19.90 € verdient? Naja es gibt halt nicht eine allgemeine Einkommens Art. Jeder sollte das tun was im am meisten spass macht und am besten kann.

    AntwortenLöschen
  6. Textbroker – Zufall oder Absicht?
    Für die Stufenbeurteilung 2-3-4-5 sendet Textbroker in Abständen ein Feedback. Dabei passieren Dinge, die recht fragwürdig erscheinen. Ein Autor schreibt von einem Kunden viele Texte über ein bestimmtes Produkt. Beim Feedback müsste normalerweise einer dieser Texte zur Beurteilung herangezogen werden, was nicht passierte. Das lässt nur die Vermutung zu, dass speziell nach einem Text gesucht wird, in dem sich ein paar Fehler eingeschlichen haben, die wenig bis gar nichts mit der Schreibqualität des Autors zu tun haben und nur dazu dient, diesen auf einer gewissen Stufe zu halten.
    Darunter befinden sich Autoren, die schon weit über 200 Texte mit positiver Kundenbeurteilung geschrieben haben und einfach von ihrer Einstufung nicht runterkommen. Hier wird genau sortiert, wer wo auf welcher Stufe schreiben soll. Mit Schreibqualität hat das nichts zu tun. Ich sehe auch Texte von namhaften Firmen, in denen sich hier und da mal ein Fehler eingeschlichen hat.
    Geht man einmal von der Textqualität aus unter Berücksichtigung der Bezahlung für Texte ab einem Euro, würde auch ein schlechter Text noch ausreichen.

    AntwortenLöschen
  7. Textbroker
    Liebe Autor:innen,
    kennen Sie eigentlich schon unsere Facebook-Gruppe? Hier finden Sie Austausch mit Ihren Texterkolleg:innen und hilfreiche Tipps und Tricks rund ums Schreiben!
    SCHLUSSFOLGERUNG: Wenn Sie unserer Gruppe nicht beitreten, bleiben Sie immer auf der selben Stufe stehen.
    Wozu die Facebook-Gruppe?
    Im Internet findet jeder zu jedem Thema im Austausch mit anderen Autoren, was ihn beschäftigt oder was immer er sucht.Im Internet gibt es keine Geheimnisse. Wohl aber bei der Einstufung von Textbroker. Um hier noch besser für die Kunden auszuloten wer auf welcher Stufe schreiben soll, sind nicht mehr Stil und Rechtschreibung wichtig, sondern hauptsächlich „horizontal & vertikal“im Bereich der Kommas und Bindestriche wichtig. Natürlich zählt gerade jetzt in Corona –Zeiten jeder Euro und da möchte auch der Textbroker –Kunde wie in jedem Supermarkt am Text sparen. Daher muss Textbroker dafür sorgen, dass es auch auf Stufe 3 genug Autoren gibt und da ist Ihnen offenbar jedes Mittel recht. Ich kenne Autoren die schon ein paar Hundert Texte und mehr erfolgreich geschrieben haben und sich immer noch auf Stufe 3 bewegen. Sie sind aber auch nicht in der Facebook-Gruppe von Textbroker. Wahrscheinlich ein Fehler?

    AntwortenLöschen
  8. Aus der Trickkiste von Textbroker
    Der neueste Trick von Textbroker besteht darin, Änderungen möglichst lange zurückzuhalten, was sich dann auf dem Tagesgeldkonto positiv bemerkbar macht. Der Kunde muss immer bei Textbroker im plus sein. Interessant ist, dass mittlerweile auch Textpassagen als Übereinstimmung moniert werden, die so gar nicht vom Autor geschrieben wurden.
    Textbroker ist immer für eine Überraschung gut. Da muss man sich nicht wundern, dass immer mehr Kunden einen Autor bei Facebook, im Internet oder bei Jobbörsen suchen. Bleibt nur noch abzuwarten, wann die Kunden es begreifen, um ihren guten Ruf nicht zu schädigen.

    AntwortenLöschen

Kommentare verfassen ist hier sehr einfach, man kann sogar ohne Anmeldung anonym Kommentare hinterlassen. Also, zeig' uns deine Meinung ...

Kontakt

Name

E-Mail *

Nachricht *

Haftungsausschluss

disclaimer